Ach, ich LIEBE ja solche Sätze, denen wir erst einmal mit einem langgezogenen „Häääää??“ begegnen…

So war es auch, als ich diesen Satz von Eckhart Tolle das erste mal las: “Der Feind liegt zwischen deinen Ohren”.

`Häää?`, dachte ich so bei mir… aber es ging um die Sache mit dem oft nicht besonders hilfreichen Verstand, der einen Haufen Gedankenwust in uns erzeugt. Verorten wir den Verstand mal im Gehirn, das -wenn vorhanden- in der Regel zwischen den Ohren liegt… 


Gedankenkarrussel bis uns schwummerig wird

Viele dieser Gedanken – und das fällt mir besonders in diesen C-Zeiten wieder auf – drehen sich schlicht nur im Kreis. Irgendetwas hören, lesen oder sehen wir und schon geht das Gedankenkarrussel los. Und dreht sich und dreht sich, bis uns ganz schwummerig wird. 

Wir fragen uns, wie wir aus der beschleunigten Fahrt wieder aussteigen können. Und gleichzeitig mahnt eine Stimme in uns, dass wir noch einmal alles durchdenken sollten. Und eine andere, dass wir genau damit wieder aufhören sollten… 


Ja, und WER hat nun recht??

 Mit den Gedanken ist es ein bisschen so, wie mit einer Party in deiner Nachbarschaft, zu der du eingeladen bist. Du hörst, wie die Gäste langsam eintrudeln, die Stimmen werden lauter, klingen aber fröhlich. Die Musik nimmt Fahrt auf und du beschließt, rüber zu gehen. 
Die Stimmung ist ausgelassen, aber ein paar richtig laute Menschen (Stimmen) sind auch dabei, die sich immer wieder in den Vordergrund drängen und deswegen immer zu hören sind. Du versuchst, sie weg zu blenden und in Ruhe ein Gespräch etwas abseits zu führen. Aber die Stimmung heizt sich immer weiter auf, die Tanzfläche wird von einigen wenigen mit ausschweifendem Bewegungsbedürfnis in der Fläche belegt und für dich scheint da einfach kein Platz zu sein. Als du schließlich im Gedränge auch noch angerempelt wirst und dein Glas klirrend zu Boden geht wird dir klar: du möchtest weg! 
Aber selbst, als du wieder zu Hause bist, hörst du die nachbarschaftlichen Exzesse und ärgerst dich, weil du es nicht abstellen kannst… 


Gedanken abstellen

Und so ist es eben auch mit deinen Gedanken. Eben noch war alles ruhig und friedlich und plötzlich kippt die Stimmung, einige Gedanken werden lauter, boostern sich gegenseitig. Und wir haben das Gefühl, es kommt einfach nichts konstruktives mehr dabei heraus. Wir scheinen unseren Gedanken nicht entrinnen zu können. Aber die Gedanken abstellen? 

Das geht eben auch nicht. 

Oder doch? 

Viele von euch kennen sicher noch den Spruch „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“. Diesen Satz kann man mal etwas umändern:

„Stell dir vor, deine Gedanken laden zur Party und keiner geht hin“. 

Vielleicht müssen wir akzeptieren, dass wir manchmal Gedankenparty im Kopf haben, die nicht immer angenehm ist. Wir können uns entscheiden, die Gedanken zu hören, uns also selbst zuzuhören, aber nicht weiter auf sie einzugehen. Frei nach dem Motto „Okay, das habe ich gerade gedacht. Was denke ich denn noch so?“


Gedanken abstellen

Und so kannst du anfangen, dich innerlich ein wenig von den Gästen deiner Gedankenparty zu distanzieren. Du nimmst zwar wahr, dass sie sich sehr ausgelassen auf deiner inneren Tanzfläche bewegen. Aber du kannst sie da tanzen lassen, dich innerlich abwenden. Es sind nur tanzende Gedankengäste. Sie wollen sich in dir bewegen. Und solange sie da sind, lässt du sie. Und beobachtest sie nur noch!

Du beobachtest deine eigenen Gedanken nur noch! Sie sind wirklich wie Gäste. Einige sind gern gesehen. Man freut sich, dass sie da sind. Andere sind immer furchtbar laut und schießen übers Ziel hinaus. Und dann sind da auch noch einige ungeladene (Gedanken-)Gäste…

Werd dir bewusst – es sind alles nur Gäste! Sie kommen und gehen. Und du hast kaum Einfluss darauf, wer erscheint. Aber du kannst dich innerlich von deinen eigenen Gedanken so weit distanzieren, dass du nur noch ein Beobachter wirst. Ein Beobachter, deiner eigenen Gedankenparty. 

Warum das gut ist? Weil wir uns dann nicht abarbeiten an Selbstverurteilungen. Uns selbst schimpfen, weil wir mal wieder die falschen Gäste eingeladen haben. Sauer auf uns sind, weil einige Gäste so laut sind, dass sie andere stören. Es gibt ja sogar welche, die werden richtig destruktiv und fangen an, das Mobiliar auseinander zu nehmen. Wir fühlen uns für das Verhalten unserer Gäste verantwortlich!

Aber das sind wir nicht! Du bist nicht verantwortlich, für das, was du denkst! Du bist nur verantwortlich, für das, was du TUST! 

Übrigens – es geht uns auch ganz wunderbar, wenn keine (Gedanken-)Party ist! Dann ist es nämlich ganz STILL in uns. Friedlich. Und ruhig. Wir SIND dann einfach nur. 

Bis dieses Viech da zwischen unseren Ohren uns wieder ein paar nervige Partygäste vorbei schickt…

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